Europa hat entschieden, dass Möbel keine Wegwerfobjekte mehr sein dürfen. Zwischen 2026 und 2028 werden mehrere Vorschriften grundlegend verändern, wie Möbel in der Europäischen Union entworfen, hergestellt, verkauft und am Ende ihrer Lebensdauer entsorgt werden. Für Familien bedeutet das mehr Informationen, mehr Garantien und mehr Druck auf die Marken, verantwortungsvoll zu produzieren. Für Marken, die bereits zirkulär arbeiten, bedeutet es, dass Europa ihnen recht gibt.
Die Ökodesign-Verordnung: die Regel, die alles verändert
Die Europäische Verordnung über Ökodesign-Anforderungen für nachhaltige Produkte (ESPR) trat im Juli 2024 in Kraft. Es ist der ambitionierteste rechtliche Rahmen, den die EU im Bereich Produktnachhaltigkeit verabschiedet hat, und Möbel stehen dabei im Fokus.
Die ESPR ist kein Recyclinggesetz. Sie geht viel weiter: Sie verpflichtet dazu, Produkte von vornherein so zu gestalten, dass sie länger halten, sich leichter reparieren, zerlegen, wiederaufbereiten und recyceln lassen. Mit anderen Worten: Sie schreibt zirkuläres Design vor. Etwas, das manche Marken bereits aus Überzeugung tun und das nun gesetzlich vorgeschrieben wird.
Die konkreten Anforderungen für Möbel werden Aspekte wie Haltbarkeit, Zuverlässigkeit, Reparierbarkeit, Zerlegbarkeit, Anteil an recycelten Materialien und Wiederaufbereitungspotenzial abdecken. Der geplante Zeitplan sieht die spezifischen Anforderungen für den Möbelsektor für 2028 vor.
Der Digitale Produktpass: 2027
Eine der konkretesten und unmittelbarsten Maßnahmen ist der Digitale Produktpass (DPP). Ab 2027 muss jedes in der Europäischen Union verkaufte Möbelstück über einen digitalen, per QR-Code zugänglichen Eintrag mit detaillierten Informationen zu den verwendeten Materialien, seiner Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit verfügen.
Die Idee ist, dass jede Person ein Möbelstück scannen und genau erfahren kann, woraus es besteht, wo es hergestellt wurde, ob es bedenkliche Stoffe enthält, wie es repariert wird und was am Ende seiner Lebensdauer mit ihm geschieht. Das zentrale Register für digitale Produktpässe wird ab Juli 2026 in Betrieb sein, mit freiwilliger Teilnahme ab diesem Datum und verpflichtender Teilnahme für Möbel ab 2027.
Für Familien ist das eine Revolution. Heute ist es fast unmöglich zu wissen, ob ein Möbelstück Formaldehyd enthält, ob das Holz wirklich zertifiziert ist oder ob der Lack VOCs freisetzt. Mit dem DPP wird diese Information öffentlich und standardisiert zugänglich sein.
Erweiterte Herstellerverantwortung: 2026
2026 tritt in der EU das System der Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Möbel in Kraft. Das bedeutet, dass Hersteller rechtlich dafür verantwortlich sind, was mit ihren Produkten am Ende ihrer Lebensdauer geschieht – nicht nur für deren Verkauf.
In der Praxis bedeutet das, dass Marken die Sammlung, Behandlung und das Recycling der von ihnen in Verkehr gebrachten Möbel finanzieren müssen. Wer bereits eigene Rücknahmesysteme betreibt – wie das Rücknahmesystem von Circulari – ist besser positioniert, um diese Vorschrift zu erfüllen, weil der gesamte Produktkreislauf bereits gemanagt wird.
Für Marken, die sich heute nach dem Verkauf nicht mehr um das Möbelstück kümmern, bedeutet 2026 einen verpflichtenden Modellwechsel.
Was das für eine Familie bedeutet, die heute Möbel kauft
Kurzfristig ändert die Verordnung nichts an dem, was man in den Geschäften findet. Sie gibt aber Hinweise darauf, welche Art von Möbeln sinnvoll ist, wenn man mittelfristig denkt:
- Billige Spanplattenmöbel haben als Geschäftsmodell ausgedient. Die Vorschriften werden ihre Herstellung und Entsorgung am Lebensende verteuern, und die Marken, die sie produzieren, werden sich anpassen oder diese Kosten weitergeben müssen.
- Informationen über Materialien werden verpflichtend. Wenn eine Marke heute nicht genau sagen kann, woraus ihr Möbelstück besteht, wird sie das 2027 tun müssen. Das wird viele Produkte entlarven, die heute als „ökologisch" verkauft werden, ohne es wirklich zu sein.
- Hersteller mit Rücknahmesystemen erfüllen bereits den Geist des Gesetzes. Die erweiterte Herstellerverantwortung belohnt diejenigen, die den gesamten Produktkreislauf bereits managen.
Warum Europa in dieselbe Richtung geht wie Circulari
Das ist kein Zufall. Die Kreislaufwirtschaft ist kein Marketingtrend: Sie ist die Richtung, in die sich die europäische Regulierung bewegt, weil sie die einzig vernünftige Antwort auf das Problem des Möbelabfalls ist. In der EU fallen jedes Jahr mehr als 10 Millionen Tonnen Möbelabfall an, und der Großteil davon wird verbrannt oder landet auf Deponien.
Bei Circulari gestalten wir von Anfang an für die Kreislaufwirtschaft: Massivholz, das Schleifen und Restaurierung übersteht, Rücknahmesysteme mit finanzieller Vergütung, lokale Fertigung zur Reduzierung des logistischen Fußabdrucks. Nicht weil das Gesetz uns dazu gezwungen hätte, sondern weil es die einzig stimmige Art ist, Möbel herzustellen.
Die europäische Verordnung überrascht uns nicht. Sie bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg waren.
Wichtige Termine zum Merken
- Juli 2024: Die ESPR-Verordnung tritt in Kraft.
- 2026: Die Erweiterte Herstellerverantwortung für Möbel tritt in der EU in Kraft. Das Register für Digitale Produktpässe öffnet auf freiwilliger Basis.
- 2027: Der Digitale Produktpass wird für in der EU verkaufte Möbel verpflichtend.
- 2028: Spezifische Ökodesign-Anforderungen für den Möbelsektor: Mindesthaltbarkeit, Reparierbarkeit, Zerlegbarkeit und Materialbeschränkungen.
Entdecke, wie das Circulari-System schon heute die Zukunft der europäischen Vorschriften erfüllt →




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